ASSESSMENTS U. GAMIFICATION
Assessment und Gamification verbinden objektive Messung, digitale Trainingssteuerung und motivierende Therapieanwendungen für Physiotherapie, Rehabilitation, MTT und professionelle Trainingsbereiche. Die Kategorie umfasst Systeme für Körperanalyse, Kraftmessung, Koordination, Kognition, Screening, Atemtraining und interaktive Trainingskonzepte. Die Produkte unterstützen eine strukturierte Befundung, nachvollziehbare Verlaufskontrolle und eine moderne Patientenmotivation im Praxisalltag.
Assessment und Gameifikation für KGG, MTT und professionelle Therapieplanung
Assessment- und Gameifikationssysteme können therapeutische Befundung, Verlaufskontrolle und aktive Trainingsprogramme durch digitale Messwerte, visuelle Rückmeldungen und interaktive Übungsformen ergänzen.
Je nach Produkt lassen sich unter anderem Kraft, Griffkraft, Zugkraft, Druck, Gelenkwinkel, elektrische Muskelaktivität, Balance, Belastungsverteilung, Körperzusammensetzung oder rückenbezogene Parameter erfassen. Andere Systeme unterstützen koordinative, atembezogene oder digital begleitete Bewegungsaufgaben.
Zur Kategorie gehören unter anderem AIRIS, Tanita MC-780 MA MD, tricuro go, JOMI Screening, verschiedene KINVENT-Messsysteme, ARTZT neuro Trainingsmittel, Tensiball und Atemtrainer.
Digitale Messwerte und interaktive Trainingsprogramme ersetzen weder die fachliche Befundung noch die individuelle Therapie- und Trainingsplanung. Verbindlich für Messumfang, Anwendung, Systemvoraussetzungen, Datenschutz, Reinigung und Wartung sind die Angaben der jeweiligen Produktseite und des Herstellers.
Inhalt
- So treffen Sie die richtige Wahl
- Assessment und Gameifikation fachlich einordnen
- Messziel und Trainingsziel festlegen
- Körperanalyse und Körperzusammensetzung
- Rückenmessung und digitales Screening
- Digitale Kraftmessgeräte und Dynamometer
- Kraft- und Balance-Messplatten
- Beweglichkeitsmessung und Goniometrie
- EMG und elektrische Muskelaktivität
- Koordination, Kognition und Wahrnehmung
- Atemwahrnehmung und Atemtraining
- AIRIS und digital unterstütztes Training
- Gameifikation therapeutisch einsetzen
- Integration in Physiotherapie, Reha und MTT
- Teststandardisierung und Vergleichsmessungen
- Interpretation und Aussagegrenzen
- Software, Lizenzen und Systemvoraussetzungen
- Datenschutz und Benutzerverwaltung
- Raumplanung und sichere Bewegungsflächen
- Einweisung und Mitarbeiterschulung
- Reinigung und hygienische Organisation
- Funktionskontrolle und Wartung
- Störungen und Außerbetriebnahme
- Produktvergleich
- FAQ
So treffen Sie die richtige Wahl
Die Auswahl sollte mit der regelmäßig auftretenden therapeutischen oder trainingsbezogenen Fragestellung beginnen.
Für Krafttests kommen je nach Ziel mobile Dynamometer, Griffkraftmesser, Zugkraftmesser oder Messplatten infrage. Beweglichkeit wird mit einem dafür vorgesehenen Goniometer erfasst, während EMG-Systeme elektrische Muskelaktivität darstellen.
Körperanalysewaagen und Rückenmesssysteme verfolgen andere Messziele als koordinative Trainingsmittel, Atemtrainer oder interaktive Trainingssysteme wie AIRIS.
Einrichtungen sollten vor der Auswahl klären, ob der Schwerpunkt auf Messung, Dokumentation, Verlaufskontrolle, visueller Rückmeldung oder interaktiver Übungsbegleitung liegt.
Zusätzlich sind Software, Lizenzmodell, Datenschutz, Schulungsbedarf, Reinigungsmöglichkeiten, Platzbedarf, Zubehör und laufende Betriebskosten zu berücksichtigen.
Wichtige Auswahlkriterien: Mess- oder Trainingsziel, Zielgruppe, Testverfahren, Messbereich, Software, Lizenz, Dokumentation, Datenschutz, Raum, Betreuung, Reinigung, Wartung, Erweiterbarkeit und Herstellerangaben.
Assessment und Gameifikation fachlich einordnen
Assessment bezeichnet die strukturierte Erhebung definierter Messwerte oder Beobachtungen innerhalb eines festgelegten Testverfahrens.
Gameifikation verbindet therapeutisch ausgewählte Übungen mit visuellen, spielerischen oder interaktiven Elementen.
Beide Bereiche können zusammen eingesetzt werden, müssen jedoch fachlich getrennt bewertet werden. Ein Messsystem erfasst Werte, während ein gameifiziertes System vor allem die Durchführung und Darstellung einer Trainingsaufgabe beeinflusst.
Eine erfolgreiche digitale Aufgabe bestätigt nicht automatisch eine klinisch relevante Veränderung. Umgekehrt führt ein Messwert allein nicht automatisch zu einer geeigneten Trainingsentscheidung.
Die technische Funktion eines Systems ersetzt keine therapeutische Interpretation.
Messziel und Trainingsziel festlegen
Vor jeder Messung oder digitalen Übung sollte feststehen, welche Frage beantwortet beziehungsweise welche Fähigkeit trainiert werden soll.
Mögliche Messziele sind Ausgangswert, Seitenvergleich, Verlaufskontrolle oder die Ergänzung einer funktionellen Beurteilung.
Trainingsziele können koordinative Aufgaben, Bewegungssteuerung, Reaktion, Atemwahrnehmung oder funktionelle Bewegungsabläufe betreffen.
Die ausgewählte Messgröße beziehungsweise digitale Aufgabe muss zur Zielgruppe und zur aktuellen Therapie- oder Rehabilitationsphase passen.
Ein verfügbarer Test oder ein vorhandenes Trainingsprogramm ist nicht automatisch fachlich erforderlich.
Körperanalyse und Körperzusammensetzung
Die Tanita MC-780 MA MD ist eine segmentale Multifrequenz-Körperanalysewaage für professionelle Anwendungen.
Abhängig von Ausstattung und Software können Körpergewicht, modellbasierte Körperzusammensetzungswerte und segmentale Darstellungen ausgegeben werden.
Bioimpedanzwerte werden indirekt ermittelt und können unter anderem durch Flüssigkeitshaushalt, vorherige Belastung, Nahrungsaufnahme und Elektrodenkontakt beeinflusst werden.
Vergleichsmessungen sollten deshalb unter möglichst ähnlichen Bedingungen erfolgen.
Körperanalysewerte bestätigen weder lokale Muskelkraft noch die gesamte funktionelle Leistungsfähigkeit.
Rückenmessung und digitales Screening
tricuro go kann für strukturierte rückenbezogene Mess- und Dokumentationsprozesse eingesetzt werden.
JOMI Screening ergänzt den Bereich um digital unterstützte Screening- beziehungsweise Befundabläufe.
Welche Parameter erfasst, bewertet oder dokumentiert werden, richtet sich nach Produkt, Software und vorgesehenem Testverfahren.
Screening-Ergebnisse können Hinweise für weitere Untersuchungen geben, ersetzen jedoch keine Diagnose oder umfassende klinische Befundung.
Begriffe wie Risikoeinschätzung oder Befundunterstützung dürfen nicht als automatische medizinische Entscheidung verstanden werden.
Digitale Kraftmessgeräte und Dynamometer
K-Push V3 ist für isometrische Krafttests innerhalb eines definierten Testaufbaus vorgesehen.
K-Grip dient der Messung von Hand- und Griffkraft. K-Pull V3 erfasst Zugkraft, während K-Bubble für definierte Druckmess- beziehungsweise Feedbackaufgaben verwendet werden kann.
Körperposition, Gelenkwinkel, Hebelarm, Kontaktpunkt, Fixierung, Instruktion und Wiederholungszahl müssen standardisiert werden.
Schmerzen, Motivation, Ermüdung und Ausweichbewegungen können das Messergebnis beeinflussen.
Ein Kraftwert beschreibt nur die Leistung innerhalb des jeweiligen Testaufbaus.
Kraft- und Balance-Messplatten
K-Force Plates, K-Deltas V3 und K-Deltas V3 XL können abhängig von Produkt und Software für Stand-, Balance-, Belastungsverteilungs- und ausgewählte dynamische Tests eingesetzt werden.
Messplatten müssen vollständig auf einem geeigneten, ebenen Untergrund stehen.
Fußposition, Schuhwerk, Blickrichtung, Armhaltung und Testaufgabe sollten standardisiert werden.
Sprung- und Landetests erfordern eine entsprechende Belastungsfreigabe sowie ausreichend freie Bewegungsfläche.
Messwerte zu Symmetrie, Balance oder Kraftentwicklung sind keine alleinigen Freigabekriterien für Sport oder Alltag.
Beweglichkeitsmessung und Goniometrie
K-Move V3 ist für digitale Gelenkwinkel- und Bewegungsumfangsmessungen vorgesehen.
Ausgangsposition, anatomische Referenzpunkte, Bewegungsrichtung und Endpunkt müssen vor der Messung festgelegt werden.
Ausweichbewegungen benachbarter Gelenke können das Ergebnis beeinflussen.
Vergleichsmessungen sollten mit demselben Testprotokoll und möglichst gleicher Positionierung durchgeführt werden.
Ein größerer Bewegungsumfang ist nicht automatisch funktionell besser oder therapeutisch anzustreben.
EMG und elektrische Muskelaktivität
K-Myo V3 erfasst elektrische Muskelaktivität über ein EMG-basiertes Messverfahren.
Hautvorbereitung, Elektrodenposition, Sensoranordnung und Bewegungsartefakte können das Signal beeinflussen.
Ein höheres EMG-Signal darf nicht ohne fachliche Einordnung mit größerer mechanischer Kraft gleichgesetzt werden.
Für Vergleichsmessungen müssen Position, Elektrodenplatzierung und Testaufgabe möglichst übereinstimmen.
EMG ersetzt keine neurologische Diagnostik und erlaubt keine automatische Aussage über Muskelqualität.
Koordination, Kognition und Wahrnehmung
Das ARTZT neuro Starter-Set und der Tensiball können unterschiedliche koordinative, reaktive und wahrnehmungsbezogene Übungsformen ergänzen.
Je nach Trainingsmittel können visuelle, taktile, propriozeptive oder bewegungsbezogene Reize verwendet werden.
Die Schwierigkeit kann über Distanz, Geschwindigkeit, Zahl der Reize oder zusätzliche kognitive Aufgaben verändert werden.
Grundbewegung und Gleichgewicht müssen ausreichend kontrolliert werden, bevor die Reizkomplexität erhöht wird.
Neurofunktionelle oder koordinative Trainingsmittel garantieren keine Verbesserung neurologischer Funktionen oder des Sturzrisikos.
Atemwahrnehmung und Atemtraining
Der ARTZT neuro Atemgürtel kann Übungen zur Wahrnehmung von Atembewegungen am Rumpf unterstützen.
Der Atemtrainer Tri-Ball stellt die Reaktion auf eine vorgesehene Atemaufgabe sichtbar dar.
Atemrichtung, Dosierung, Ausgangsposition und Abbruchkriterien müssen vor der Anwendung erklärt werden.
Zu schnelles oder übermäßig tiefes Atmen kann Schwindel, Kribbeln oder Unwohlsein auslösen.
Atemtrainer messen nicht automatisch Lungenfunktion, Atemvolumen oder Atemmuskelkraft.
AIRIS und digital unterstütztes Training
AIRIS 2 x 2 m KI Personal Training ist ein digital unterstütztes System für interaktive Bewegungs- und Trainingsaufgaben.
Abhängig von Systemausstattung und Software können visuelle Rückmeldungen, Bewegungserkennung und gameifizierte Übungsabläufe zur Verfügung stehen.
Die Übungsauswahl muss zu Befund, Belastbarkeit, Sehfähigkeit, Gleichgewicht und Aufgabenverständnis passen.
Die Bezeichnung 2 x 2 m ersetzt keine vollständige Raum- und Sicherheitsplanung. Zusätzliche Bedien-, Zugangs- und Betreuungsflächen können erforderlich sein.
AIRIS ersetzt kein systematisches Kraft-, Ausdauer- oder klassisches Gerätetraining.
Gameifikation therapeutisch einsetzen
Gameifikation ergänzt Bewegungsaufgaben durch visuelle Ziele, Punkte, Zeitvorgaben oder weitere interaktive Elemente.
Diese Elemente können eine Übung anschaulicher oder abwechslungsreicher gestalten.
Punktzahlen und Wettbewerb dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Bewegungen hastig, unkontrolliert oder über die individuelle Belastbarkeit hinaus ausgeführt werden.
Nicht jede Person reagiert positiv auf visuelle Reize, Zeitdruck oder Ranglisten.
Gameifikation garantiert weder Motivation noch Compliance oder bessere Trainingsergebnisse.
Integration in Physiotherapie, Reha und MTT
Assessment- und Trainingssysteme sollten in einen definierten Praxisworkflow eingebunden werden.
Es sollte festgelegt werden, wer misst beziehungsweise betreut, wann das System eingesetzt wird und welche Konsequenz aus dem Ergebnis folgt.
Messungen können Erstbefund, Zwischenkontrolle und Abschlussdokumentation ergänzen.
Interaktive Systeme können als eigenständige Station oder als Ergänzung klassischer Geräte eingesetzt werden.
Die Anschaffung eines digitalen Systems führt nicht automatisch zu effizienteren Abläufen oder besserer Behandlungsqualität.
Teststandardisierung und Vergleichsmessungen
Vergleichbare Ergebnisse setzen möglichst gleichbleibende Messbedingungen voraus.
Position, Instruktion, Wiederholungen, Pausen, Tageszeit, vorherige Belastung und Geräteeinstellungen sollten dokumentiert werden.
Bei digitalen Trainingssystemen müssen zusätzlich Programm, Schwierigkeitsgrad und Softwareversion berücksichtigt werden.
Auffällige Einzelwerte sollten hinsichtlich Testaufbau und technischer Funktion überprüft werden.
Ein digital gespeicherter Wert ist nur dann sinnvoll vergleichbar, wenn das zugrunde liegende Verfahren ausreichend übereinstimmt.
Interpretation und Aussagegrenzen
Messwerte müssen gemeinsam mit Anamnese, klinischem Befund, Beschwerden, Funktion und Therapieziel beurteilt werden.
Softwareseitige Normbereiche, Farbcodes oder Prozentwerte dürfen nicht isoliert als Diagnose oder Freigabe verwendet werden.
Ein höherer Kraft-, Balance- oder Punktwert bedeutet nicht automatisch eine bessere Gesamtfunktion.
Veränderungen können durch Training, Heilungsverlauf, Tagesform, Motivation oder Messschwankung beeinflusst sein.
Digitale Auswertungen ersetzen keine fachliche Interpretation.
Software, Lizenzen und Systemvoraussetzungen
Digitale Mess- und Trainingssysteme können kompatible Endgeräte, Betriebssysteme, Apps, Netzwerkzugänge oder Benutzerkonten erfordern.
Starter License Annual, KINVENT Premium License Annual und Excellence License Annual können unterschiedliche Softwarefunktionen freischalten.
Vor Vertragsabschluss sollten Laufzeit, Verlängerung, Nutzerzahl, unterstützte Geräte, Datenexport und Funktionsumfang geprüft werden.
Softwareupdates können Bedienung, Auswertung und Systemanforderungen verändern.
Verbindlich sind die aktuellen Lizenz-, Software- und Kompatibilitätsangaben des jeweiligen Anbieters.
Datenschutz und Benutzerverwaltung
Digitale Assessment- und Trainingssysteme können personenbezogene und gesundheitsbezogene Daten verarbeiten.
Erfassung, Speicherung, Übertragung, Export, Löschung und Zugriffsrechte müssen organisatorisch geregelt werden.
Benutzerkonten sollten nur die für die jeweilige Aufgabe notwendigen Rechte erhalten.
Bildschirme, Projektionen und Ausdrucke dürfen nicht unbeabsichtigt von unberechtigten Personen eingesehen werden.
Cloudbasierte Systeme entbinden die Einrichtung nicht von ihrer Verantwortung für Datenschutz und Benutzerverwaltung.
Raumplanung und sichere Bewegungsflächen
Stationäre Mess- und Trainingssysteme benötigen ausreichend Raum für Zugang, Bedienung, Betreuung und sichere Bewegung.
Kabel, Matten, Messplatten und Zubehör dürfen keine Stolperstellen verursachen.
Für Sprung-, Balance- und interaktive Bewegungsaufgaben muss die Fläche frei von Wänden, Möbeln und benachbarten Trainingsstationen sein.
Licht, Sichtverhältnisse, Untergrund und notwendige Haltemöglichkeiten sind in die Planung einzubeziehen.
Die reine Geräteabmessung entspricht nicht automatisch dem vollständigen Platzbedarf.
Einweisung und Mitarbeiterschulung
Mitarbeitende müssen in Geräteaufbau, Testprotokolle, Softwarebedienung, Reinigung und Interpretation eingewiesen sein.
Bei interaktiven Trainingssystemen müssen zusätzlich Schwierigkeitsanpassung, Sicherung und Abbruchkriterien bekannt sein.
Die erste Anwendung sollte mit einer kontrollierten Test- beziehungsweise Probesituation beginnen.
Änderungen durch Softwareupdates oder neues Zubehör können eine erneute Schulung erforderlich machen.
Eine kurze Produkteinweisung ersetzt keine fachliche Qualifikation zur Durchführung und Interpretation des jeweiligen Assessments.
Reinigung und hygienische Organisation
Griffe, Sensoren, Elektroden, Gurte, Mundstücke, Messplatten und weitere Kontaktflächen müssen entsprechend Material und Herstellerangaben gereinigt werden.
Flüssigkeit darf nicht in Sensoröffnungen, Ladeanschlüsse, Displays oder elektrische Komponenten eindringen.
Atemtrainer mit Mundkontakt sollten entsprechend der Produktfreigabe persönlich zugeordnet beziehungsweise fachgerecht aufbereitet werden.
Nach feuchter Reinigung müssen alle Komponenten und Trainingsflächen vollständig trocknen.
Desinfizierbar oder pflegeleicht bedeutet nicht, dass jedes Reinigungs- beziehungsweise Desinfektionsmittel geeignet ist.
Funktionskontrolle und Wartung
Vor jeder Nutzung sollten Gehäuse, Sensorik, Kabel, Ladezustand, Verbindungen, Softwarezuordnung und Zubehör kontrolliert werden.
Messgeräte müssen entsprechend den Herstellerangaben geprüft, kalibriert beziehungsweise gewartet werden.
Auffällige Messwerte, Verbindungsabbrüche oder unzuverlässige Bewegungserkennung können auf einen fehlerhaften Aufbau oder eine technische Störung hinweisen.
Wartungs- und Prüftermine sollten dokumentiert werden.
Eine erfolgreiche Softwareverbindung bestätigt nicht automatisch die vollständige messtechnische oder technische Funktionsfähigkeit.
Störungen und Außerbetriebnahme
Bei beschädigten Gehäusen, Kabeln, Sensoren, Elektroden, Gurten oder Messflächen darf das Produkt nicht ungeprüft weiterverwendet werden.
Wiederholt unplausible Messwerte, falsche Profilzuordnungen oder häufige Softwareabbrüche müssen fachlich beziehungsweise technisch geklärt werden.
Provisorische Reparaturen mit Klebeband, fremden Kabeln oder nicht freigegebenen Bauteilen sind ungeeignet.
Betroffene Geräte und Trainingsbereiche müssen eindeutig gekennzeichnet und von einsatzbereiten Systemen getrennt werden.
Eine Wiederfreigabe darf erst nach fachgerechter Prüfung, Reparatur oder Austausch erfolgen.
Produktvergleich: Assessment und Gameifikation
Die Übersicht ordnet wichtige Produkte und Produktgruppen nach Mess- beziehungsweise Trainingsschwerpunkt ein.
| Produkt oder System | Produkttyp | Typischer Einsatz | Möglicher Schwerpunkt | Vor der Auswahl prüfen |
|---|---|---|---|---|
| AIRIS 2 x 2 m KI Personal Training | Digital unterstütztes Interaktions- und Bewegungstraining | Physiotherapie, Rehabilitation, KGG, MTT und Prävention | Visuelle Trainingsaufgaben, Bewegungserkennung und Gameifikation abhängig von Ausstattung und Software | Raum, Sicherheitsfläche, Licht, Untergrund, Software, Datenschutz, Betreuung und Wartung |
| Tanita MC-780 MA MD | Segmentale Multifrequenz-Körperanalysewaage | Körperanalyse, Beratung und Verlaufskontrolle | Modellbasierte Körperzusammensetzungswerte und segmentale Darstellung | Kontraindikationen, Messbedingungen, Elektrodenkontakt, Software, Datenschutz und Reinigung |
| tricuro go | Rückenmess- und Dokumentationssystem | Rückenbezogene Ausgangs- und Verlaufsmessungen | Produktspezifische rückenbezogene Mess- und Verlaufsparameter | Messparameter, Testprotokoll, Software, Schulung, Datenschutz und Herstellerangaben |
| JOMI Screening | Digital unterstützte Screening-Lösung | Strukturierte Screening- und Dokumentationsprozesse | Abhängig von Produkt und Software standardisierte Erfassung und Ergebnisdarstellung | Screeningumfang, Aussagegrenzen, Datenschutz, Software, Schulung und Herstellerangaben |
| K-Push V3 | Mobiles digitales Kraftmessgerät | Isometrische Krafttests und Seitenvergleiche | Kraft innerhalb eines standardisierten Widerstandstests | Messbereich, Testposition, Fixierung, Software, Zubehör und Kalibrierung |
| K-Grip | Digitales Griff-Dynamometer | Hand- und Griffkraftmessung | Griffkraft innerhalb eines definierten Protokolls | Griffweite, Armposition, Handgröße, Software, Schmerz und Hygiene |
| K-Pull V3 | Digitales Zugkraftmessgerät | Zugkrafttests und funktionelle Testaufbauten | Zugkraft innerhalb eines sicher befestigten Aufbaus | Befestigung, Zugrichtung, Zubehör, Messbereich, Sicherheitsabstand und Software |
| K-Bubble | Druckmess- und Feedbacksystem | Druckbezogene Test- und Feedbackaufgaben | Druckveränderungen im vorgesehenen Testaufbau | Füllzustand, Kontaktfläche, Position, Software, Reinigung und Materialzustand |
| K-Force Plates und K-Deltas | Kraft- und Balance-Messplatten | Stand-, Balance-, Belastungs- und ausgewählte dynamische Tests | Produktspezifische Kraft-, Balance- und Belastungsparameter | Messfläche, Belastbarkeit, Untergrund, Raum, Sicherung, Software und Kalibrierung |
| K-Move V3 | Digitales Goniometer | Gelenkwinkel- und Bewegungsumfangsmessung | Winkel beziehungsweise Bewegungsumfang | Referenzpunkte, Ausgangsposition, Ausweichbewegungen, Software und Wiederholbarkeit |
| K-Myo V3 | EMG-Messsystem | Erfassung elektrischer Muskelaktivität | Elektrisches EMG-Signal | Hautvorbereitung, Elektrodenposition, Artefakte, Software, Hygiene und Interpretation |
| ARTZT neuro Starter-Set | Set für wahrnehmungs- und koordinationsbezogene Übungen | Therapie, Rehabilitation, Prävention und funktionelle Übungsprogramme | Je nach Inhalt visuelle, taktile, propriozeptive oder koordinative Aufgaben | Set-Inhalt, Reizart, Zielgruppe, Anleitung, Hygiene und Materialzustand |
| Tensiball | Koordinations- und Reaktionstrainingsgerät | Fang-, Wurf-, Reaktions- und Auge-Hand-Aufgaben | Reaktion auf Richtungswechsel und variable Bewegungsaufgaben | Sehfähigkeit, Gleichgewicht, Armfunktion, Raum, Aufsicht und Oberfläche |
| ARTZT neuro Atemgürtel | Hilfsmittel für Atemwahrnehmung | Atemwahrnehmung und Kombination mit Haltung oder Bewegung | Körpernahe Rückmeldung zur Bewegung des Rumpfes | Position, Spannung, Hautstatus, Körpermaß, Nutzerwechsel und Reinigung |
| Atemtrainer Tri-Ball | Atemtrainer mit sichtbarer Rückmeldung | Angeleitete Atemübungen und Heimübungsprogramme | Sichtbare Reaktion der Bälle auf die vorgesehene Atemaufgabe | Atemrichtung, Dosierung, Nutzerzuordnung, Mundkontakt, Reinigung und Trocknung |
Hinweis: Begriffe wie objektiv, valide, präzise, datenbasiert, KI-gestützt, motivierend, neurofunktionell oder zur Risikoeinschätzung geeignet erlauben keine abschließende Aussage über Messqualität, individuelle Eignung oder therapeutischen Nutzen. Verbindlich sind standardisierte Verfahren, fachliche Interpretation sowie die aktuellen Produkt-, Software- und Herstellerangaben.
Häufig gestellte Fragen zu Assessment und Gameifikation
Was versteht man unter Assessment?
Die strukturierte Erfassung definierter Messwerte oder Funktionen innerhalb eines festgelegten Testverfahrens.
Was bedeutet Gameifikation?
Die Ergänzung von Bewegungsaufgaben durch spielerische, visuelle, punktbezogene oder interaktive Elemente.
Sind digitale Messwerte vollständig objektiv?
Nein. Testaufbau, Instruktion, Motivation, Schmerzen, Tagesform und technische Faktoren können Ergebnisse beeinflussen.
Ersetzen digitale Assessments die therapeutische Befundung?
Nein. Sie ergänzen die Befundung durch Messwerte, die fachlich interpretiert werden müssen.
Welche Systeme eignen sich für Kraftmessung?
Je nach Fragestellung unter anderem K-Push V3, K-Grip, K-Pull V3, K-Bubble sowie K-Force Plates und K-Deltas.
Welche Systeme eignen sich für Balance- und Belastungstests?
Abhängig von Test und Software insbesondere K-Force Plates, K-Deltas V3 und K-Deltas V3 XL.
Welche Systeme eignen sich für Beweglichkeitsmessung?
K-Move V3 ist für digitale Gelenkwinkel- beziehungsweise Bewegungsumfangsmessungen vorgesehen.
Welche Systeme erfassen Muskelaktivität?
K-Myo V3 erfasst elektrische Muskelaktivität über ein EMG-basiertes Messverfahren.
Welche Produkte eignen sich für Körperanalyse?
Die Tanita MC-780 MA MD ist für professionelle segmentale Körperanalysen vorgesehen.
Welche Produkte eignen sich für Rückenmessung?
tricuro go ist für strukturierte rückenbezogene Mess- und Dokumentationsprozesse vorgesehen.
Was ist JOMI Screening?
Eine digital unterstützte Screening-Lösung, deren konkreter Funktionsumfang anhand der aktuellen Produkt- und Softwareangaben geprüft werden muss.
Diagnostiziert ein Screening-System automatisch eine Erkrankung?
Nein. Screening-Ergebnisse müssen fachlich eingeordnet und bei Bedarf durch weitere Untersuchungen ergänzt werden.
Welche Produkte eignen sich für Koordination und Wahrnehmung?
Das ARTZT neuro Starter-Set und der Tensiball können entsprechende Übungsprogramme ergänzen.
Welche Produkte eignen sich für Atemtraining?
Der ARTZT neuro Atemgürtel für Atemwahrnehmung und der Atemtrainer Tri-Ball für eine sichtbare Rückmeldung innerhalb einer Atemaufgabe.
Was ist AIRIS?
Ein digital unterstütztes System für interaktive Bewegungs- und Trainingsaufgaben in professionell betreuten Bereichen.
Ersetzt AIRIS therapeutische Betreuung?
Nein. Auswahl, Anpassung, Anleitung und Kontrolle bleiben Aufgaben qualifizierter Fachkräfte.
Verbessert Gameifikation automatisch die Motivation?
Nein. Die Reaktion hängt von Person, Aufgabe, Darstellung und therapeutischer Einbindung ab.
Können Assessment-Systeme in KGG und MTT eingesetzt werden?
Ja. Sie können Ausgangs- und Verlaufsmessungen sowie die Anpassung von Trainingsprogrammen ergänzen.
Warum müssen Tests standardisiert werden?
Damit Vergleichsmessungen unter möglichst ähnlichen Bedingungen stattfinden und sinnvoll interpretiert werden können.
Sind Seitenunterschiede automatisch ein Defizit?
Nein. Sie müssen im Zusammenhang mit Dominanz, Beschwerden, Testqualität und funktioneller Zielsetzung beurteilt werden.
Sind Software-Normwerte medizinische Diagnosen?
Nein. Normbereiche und Farbcodes müssen fachlich eingeordnet werden.
Welche Rolle spielen Software-Lizenzen?
Sie können Auswertungen, Testbibliotheken, Dokumentation und Benutzerfunktionen freischalten oder begrenzen.
Was ist beim Datenschutz zu beachten?
Erfassung, Speicherung, Übertragung, Export, Löschung und Zugriff auf personenbezogene beziehungsweise gesundheitsbezogene Daten müssen geregelt sein.
Wer darf digitale Assessments durchführen?
Entsprechend geschulte und fachlich zuständige Personen nach den Vorgaben von Einrichtung und Hersteller.
Wie werden die Produkte gereinigt?
Entsprechend Material und Herstellerangaben, ohne Flüssigkeit in Sensoren, Elektronik oder Anschlüsse einzubringen.
Kann jedes Desinfektionsmittel verwendet werden?
Nein. Das Mittel muss mit Gehäusen, Sensoren, Griffen, Gurten, Elektroden, Messflächen und weiteren Materialien verträglich sein.
Was sollte vor jeder Nutzung kontrolliert werden?
Gerät, Zubehör, Sensorik, Kabel, Ladezustand, Softwareverbindung, Profilzuordnung, Sauberkeit und sicherer Test- beziehungsweise Trainingsaufbau.
Wann muss ein System außer Betrieb genommen werden?
Bei beschädigten Komponenten, unzuverlässiger Sensorik, wiederholt unplausiblen Messwerten oder häufigen technischen Ausfällen.
Dürfen technische Schäden provisorisch repariert werden?
Nein. Nicht freigegebene Reparaturen können Messfunktion, elektrische Sicherheit und hygienische Aufbereitung beeinträchtigen.
Was gehört zu einem professionellen Assessment- und Gameifikationskonzept?
Klare Mess- und Trainingsziele, geeignete Systeme, standardisierte Abläufe, geschulte Mitarbeitende, fachliche Interpretation, sichere Raumplanung, geregelter Datenschutz, hygienische Aufbereitung und regelmäßige technische Kontrollen.